Wie wichtig ist korrekte Sprache?

Von Generation WOW20.08.2021

Große Firmen, wie die Lufthansa machen jetzt ernst und legen Wert auf eine politisch korrekte Sprache. Dafür schaffen sie altbewährte Formulierungen ab. Eure Meinung liegt uns am Herzen. Deshalb laden wir hier heute wieder zur gemeinsamen Diskussion

Damit wirklich alle Menschen sich angesprochen fühlen, will die Lufthansa auf die Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ verzichten – und stattdessen auf „Guten Tag/Abend“ oder auch einfach „Herzlich will­ kommen an Bord“ zurückgreifen. Was haltet ihr davon, wollten wir wissen. Damals auf Instagram war eure Meinung eindeutig: Rund 86 Prozent von euch stimmten für „Totaler Quatsch“. Auch hier und im MEINS Magazin treffen zwei Ansichten aufeinander. Und wie ist es hier, Ladies: Wie wichtig ist euch eine politisch korrekte Sprache? Ich bin gespannt auf euren Kommentar!

„Wir verlieren nichts, wir gewinnen etwas dazu“

Yvonne (51) findet: Es ist gut und richtig, dass die Lufthansa sich Gedanken darüber macht, bei der Begrüßung alle Menschen anzusprechen, auch die, die sich weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugehörig fühlen. Dass nimmt niemanden etwas weg – im Gegenteil, das fügt nur etwas hinzu. Ich würde mir wünschen, dass auch andere Konzerne nachziehen. Dass das nicht von jetzt auf gleich geht, ist klar. Ich kenne viele junge Menschen, die sich mit der queeren Community identifizieren – für sie ist gendern selbstverständlich. Und auch ich bemühe mich. Die Welt verändert sich und damit auch unsere Sprache. Es ist wichtig, dass Mädchen wissen, dass auch Frauen Mechanikerinnen werden können. Es ist höchste Zeit, alte, in unseren Köpfen ver­ ankerte Rollenbilder aufzulösen. Denn, ganz ehrlich, wenn jemand von einem Minister redet, haben alle nur Männer im Kopf – und es gibt so viele großartige Ministerinnen. Ich verstehe auch nicht, dass einige offenbar krampfhaft an Begriffen wie z. B. „Schwarz­ fahren“ festhalten. „Fahren ohne Fahr­ schein“ beschreibt doch viel besser, worum es geht. Das Argument „Das haben wir schon immer so gesagt“ zählt für mich nicht.

„Politisch korrekte Sprache? Wir haben ganz andere Probleme“

Karin (59) meint: Anfangs amüsierte mich das Gender-Thema, inzwischen bin ich nur noch genervt. Zwar ist ein „Herzlich willkommen an Bord“ für mich auch akzeptabel, aber doch weniger höflich. Es ist in meinen Augen Blödsinn, weiterhin Zeit und Geld dafür zu verschwenden, bis dato gebräuchliche Formulierungen über Bord zu werfen. Warum gelten plötzlich viele Begriffe als nicht mehr politisch korrekt? Bei dem Wort „Schwarzfahren“ habe ich bisher keinen Gedanken daran verschwendet, dass sich jemand auf den Schlips getreten fühlen könnte, genauso wenig wie beim Zigeuner­ schnitzel. Ich halte es auch für überzogen, Kinderbücher, wie „Pippi Langstrumpf“, umzuschreiben. Wir haben doch ganz andere, echte Probleme. Wann gelingt es, ausreichend bezahlbaren Wohnraum zu schaffen? Wie kann die Natur sich nachhaltig erholen? Warum verdienen Frauen bis heute für die gleiche Tätigkeit weniger als Männer? Politisch korrekte Sprache und geschlechts­ neutrale Formulierungen sind weniger wert als das, was man tut … nämlich tolerant, aufgeschlossen, wertschätzend und respekt­ voll dem Gegenüber zu begegnen, unabhän­ gig davon, welche Hautfarbe es hat oder welchem Geschlecht es sich zugehörig fühlt.

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